Mandanindianer Taucha
 
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Powwow

 

Powwow Entwicklung
Eine jede Kultur verändert sich im Laufe der Zeit. So wie die deutsche Kultur sich in den letzten Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten wandelte, so gleicht auch die indianische Kultur in weiten Teilen nicht mehr dem Idealbild eines reitenden Bisonsjägers.
Heute ist das POWWOW Ausdruck eines Großteils des kulturellen Lebens vieler indianischer Völker auf dem nordamerikanischen Kontinent. Es wurzelt in alten Traditionen und verbindet so Vergangenheit und Gegenwart.
Seinen Ursprung findet das Powwow im Hetushka-Kriegerbund bei den Ponca. Wie es bei indianischen Völkern üblich war, verkauften die Hetushka die Rechte ihrer Tänze an die Pawnee, die Omaha und andere benachbarte Stämme. Schließlich fand dieser spezielle Tanzzyklus seinen Weg zu den nördlicheren Stämmen der Cheyenne, Sioux und Arapaho. Da die Sioux die Rechte an diesen Tänzen von den Omaha erworben hatten, wurde die Bezeichnung „Omaha Dance“ weitverbreitet und bekannt. Im Rahmen dieses Omaha Tanzfestes gab es zahlreiche verschiedene Tänze. Darunter befanden sich Kriegs- und Sozialtänze sowie Tänze mit spirituell-religiösem Hintergrund.
Als den amerikanischen Ureinwohnern aus vielerlei Gründen verboten war ihre Lebensweise aufrechtzuerhalten, nutzten sie amerikanische Feiertage, wie den Unabhängigkeitstag, Neujahr und Thanksgiving, aber auch andere feierliche Anlässe, wie die Heimkehr der Soldaten während der Weltkriege, dem Vietnam-Krieg und anderer militärischer Einsätze, um sich unter deren Deckmantel zu großen Festen zu treffen. Dort tanzten und sangen sie gemeinsam. Es waren teilweise andere Tänze und andere Lieder als in den Zeiten ihrer Vorfahren - aber es waren ihre Lieder und ihre Tänze.
Auch wirtschaftlich mussten die nordamerikanischen Indianer neue Wege gehen. So verdienten sich viele Familien ihren Lebensunterhalt in den verschiedenen Wild West Shows der Zeit. Zahlreiche Indianer reisten so um die ganze Welt – auch nach Deutschland. Viele Männer arbeiteten ebenfalls als Cowboys oder Rodeoreiter. So fanden später auch Merkmale der Wild West Shows und Rodeos ihren Eingang in die Powwow-Kultur.

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Powwow Heute
Auf diese Weise entstanden die modernen Powwows. Heute sind sie im Grunde genommen Tanzturniere, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in verschiedenen Kategorien von Punktrichtern bewertet und platziert werden. Betrachtet man Powwows jedoch etwas genauer, sind sie Familientreffen, Plattformen für Freundschaften, Schauplätze von Spielen und Wettbewerben, Neuinterpretationen alter Traditionen und schließlich Ausdruck einer neuen Lebensweise.
Zentraler Bestandteil eines PowAwows sind die Contests, die Tanzwettbewerbe. Die Tänzerinnen und Tänzer starten in verschiedenen Kategorien und verschiedenen Altersgruppen, angefangen von den ganz Kleinen - Tiny Tots, bis zu den Alten - Golden Age jenseits der 60. Doch nicht nur der Wettkampf hat seinen Platz im Ablaufplan eines Powwows, auch Intertribals (Tänze für alle), Sozialtänze und andere Ereignisse wie Ehrungen und das Verteilen von Geschenken (Give-Aways) gehören dazu.
Um die Organisation des Powwows kümmert sich das Powwowkomitee. Die Leitung und Moderation übernimmt der Master of Ceremonies. Er arbeitet eng mit dem Arena Director zusammen, der die unmittelbare Leitung auf der Tanzfläche übernimmt. Die Head Judges (Preisrichter) entscheiden über die Platzierungen der Contest-Teilnehmer. Für die Musik sorgen mehrere Trommelgruppen, die sich abwechseln. Den wichtigsten Part übernimmt die Host Drum. Diese singt alle offiziellen Lieder und springt notfalls für andere Trommelgruppen ein. Für jedes Powwow wird die Host Drum ausgewählt und bezahlt. Die Powwow-Prinzessin ist das repräsentative Aushängeschild für das Powwow, das Organisationsteam und ihre indianische Nation.


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Powwow in unserer Gruppe
Da unser Verein bestrebt ist, die indianische Kultur in vielen Facetten kennenzulernen, ist auch das Powwow mit seinen Liedern und Tänzen seit vielen Jahren fester Bestandteil unseres Vereinslebens. Durch Reisen in die USA und durch die Möglichkeiten neuer Medien konnten sich viele unserer Vereinsmitglieder ein ganz persönliches Bild der Powwow-Feste machen. Seitdem tanzen wir bei Veranstaltungen neben traditionellen Tänzen aus dem 19. Jahrhundert auch Tänze der verschiedenen Powwow-Kategorien, welche sich stets weiterentwickeln und neue Formen bzw. Varianten hervorbringen
Seit 1989 findet das deutsche Winter-Powwow statt. Für viele Vereinsmitglieder und Hobbyisten aus ganz Deutschland und Europa ist dieses Powwow jedes Jahr eine feste Größe. So reifte unter den Teilnehmenden auch der Gedanke das Powwow nach Taucha zu holen. Anfangs gab es einige Hürden und Schwierigkeiten zu überwinden – doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!
So gelang es uns, das 11. Winter-Powwow am 24.02.2001 in Taucha in der Mehrzweckhalle auszustatten. Es fand großen Anklang und war rundum eine gelungene Veranstaltung. So verwunderte es auch nicht, dass die Stadt uns fragte, ob wir dies im kommenden Jahr wiederholen. Das taten wir nicht gleich, aber 2003 veranstalteten wir wieder das Winter-Powwow. Als besonderen Gast konnten wir Walking-Stick-Man-Alone, einen indianischen Flötenspieler von der Choctaw-Miwok Nation, begrüßen.
In Vorbereitung auf unser 50-jähriges Jubiläum wurde erneut der Plan gefasst, das 19. Winter-Powwow in Taucha auszurichten. Die Bedingungen waren zwar nicht mehr ganz so optimal wie vor fünf Jahren. Doch wir fanden wohlwollendes Gehör bei der Stadt Taucha und mithilfe städtischer Unterstützung konnten wir alle Pläne für die Organisation des dritten Powwows in unserer Vereinsgeschichte realisieren. Viele fleißige Helfer sorgten dafür, dass am 16.02.2008 ein tolles Powwow stattfinden konnte. Auch in diesem Jahr konnten wir einige indianische Gäste begrüßen und ein Flötenspieler der Kiowa Nation bereicherte das Powwow mit seiner wunderschönen Musik.
Nachdem einige Jahre ins Land gegangen waren, hielten es die powwowbegeisterten Vereinsmitglieder nicht mehr aus und so begann die Planung für das 24. Winter-Powwow. Zum vierten Mal luden wir also zahlreiche Sängergruppen sowie Tänzerinnen und Tänzer aus ganz Deutschland und aus anderen Ländern Europas in die Mehrzweckhalle Taucha ein. Am 16.02.2013 kamen zahlreiche Hobbyisten, Gäste und Interessierte zu einem farbenfrohen Powwow-Fest mit Musik, Tanz und vielen weiteren Programmpunkten zusammen.
Das deutsche Winter-Powwow schaut auf eine nunmehr über 25-jährige Tradition zurück. Diese weiterzuführen ist vielen Indianerhobbyisten ein inniges Anliegen. Auch unser Verein wird in Zukunft versuchen seinen Beitrag für den Fortbestand der Powwow-Kultur in Deutschland zu leisten.

Schon jetzt wird für das Jahr 2018 an der Powwow-Planung gefeilt. Denn zum 60-jährigen Bestehen der Gruppe soll es wieder ein großes Powwow in Taucha geben!
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Tanzkategorien
 


Northern Traditional Tänzer  
Men’s Traditional
Die Tänze dieser Kategorie, die auch als Northern Traditional (nördlich traditionelle Männer) bezeichnet wird, finden ihren Ursprung in den Kriegergesellschaften der Plainsindianer. Die Kleidung der Tänzer hat sich zwar im Laufe der Zeit verändert beinhaltet jedoch noch immer viele Aspekte die an das historische Vorbild erinnern – so zum Beispiel Brustpanzer, Tanzstäbe oder Prunkwaffen und das Bustle, ein Federschmuck der auf dem Rücken getragen wird. Auch Tanzschritte und Bewegungen erinnern an die alten Kriegerbünde, das Spurenlesen oder das Anschleichen und Ausschau halten nach Feinden.

Southern Straight Tänzer
   
Southern Straight
Die Tänzer dieser Kategorie sind das südliche Pendant
zu den nördlichen traditionellen Männern. Southern Straight ist eine sehr würdevolle Art des Tanzes. Bei den so genannten Honorbeats, Ehrenschlägen auf der Trommel, verbeugen sich die Tänzer in Richtung der Erde. Die Southern Straight Tänzer tragen meist einen Turban aus Otterfell auf dem Kopf und anstelle des Bustles ziert eine bodenlange Schleppe aus Otterfell ihren Rücken.
   

Women'sTraditional Tänzerin  
Women's Traditional
Die traditionellen Frauen tanzen den verhaltensten und würdevollsten Tanzschritt aller Frauenkategorien. Sie bewegen sich langsam und schreitend zum Rhythmus der Trommel. Die Kleidung der Tänzerinnen ist aus Leder oder Stoffen gefertigt und mit Perlen, Hirschzähnen, Kauris oder Stachelschweinsborsten (Quill) verziert. Die Kleider haben meist bodenlange Fransen die beim Tanzen vor und zurück schwingen.

Grass Dancer
   
Grass Dance
Der Grass Dance ist aus der alten Tradition des Grass Flattenings enststanden. Dabei tanzten Krieger das hohe Präriegras flach um den Tanzplatz für Zeremonien oder große Tänze vorzubereiten. Zog das Lager weiter konnte sich das Gras wieder aufrichten. Die Kleidung der Grass Dancer ist von oben bis unten von Woll- oder Satinfransen bedeckt. Diese symbolisieren das im Wind wiegende Gras der nordamerikanischen Steppen.
 
   

Jingle Dress Tänzerin  
Jingle Dress Dance
Dieser Tanz entstammt dem Gebiet der Großen Seen. Man sagt dieser Tanz und die dazugehörige Kleidung seien einer Frau, von der ein Angehöriger erkrankt war, im Traume erschienen. Sie fertigte sich solch ein Kleid und tanzte. Nach dem Tanz ist der Familienangehörige von der schweren Krankheit genesen. Ursprünglich war das Kleid mit Hirschhufen verziert. Heute bestehen die „Jingles“ aus den gedrehten Deckeln von Schnupftabakdosen und erzeugen beim Tanzen einen besonderen Klang.

Fancy Shawl Tänzerin
   
Fancy Shawl Dance
Der Fancy Shawl Dance ist der schnellste und kraftvollste Art des Tanzes der Frauen. Die Tänzerinnen tragen einen bunten Schal mit langen Fransen um die Schultern. Die Tänzerinnen schweben wie Schmetterlinge über die Tanzfläche und als Zuschauer kann man den Eindruck gewinnen, die Frauen berührten kaum den Boden.
 
   

Eastern Blanket Dance  
Eastern Blanket Dance
Der Eastern Blanket Dance (östliche Deckentanz) entstammt dem östlichen Waldlandgebiet und entwickelte sich aus traditionellen Frauentänzen der Stämme dieser Region. Der Tanz symbolisiert das Leben einer Frau. Im ersten Teil des Tanzes ist die Frau mit einer Decke verhüllt und symbolisiert das Leben eines Kindes vor der Geburt. Im zweiten Teil öffnet die Frau die Decke und beginnt schneller zu tanzen - so wie sich ein Mensch im Kindheitsalter seiner Umwelt öffnet und beginnt diese zu erkunden. Die Tanzschritte im dritten Teil sind überschwänglich und schnell – sie stellen die Kraft und das Leben einer jungen Frau dar. In der vierten Strophe des Liedes, dem Alter, werden die Tanzschritte wieder gemächlicher und ruhiger. Mit dem letzten Schlag des Liedes streift die Tänzerin die Decke, die sie das gesamte Leben begleitet hat, von ihren Schultern und lässt sie zu Boden fallen. Dies symbolisiert den Tod der Frau.